Unsere Große geht in den Waldkindergarten

Hallo zusammen,

heute möchte ich euch kurz erzählen, warum wir uns für den Waldkindergarten entschieden haben und wie die ersten Wochen für unsere große Tochter bisher waren.

Wie ich vom Waldkindergarten erfahren habe

In unserer Gemeinde gibt es nun schon seit 4 oder 5 Jahren einen Waldkindergarten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch nicht einmal eigene Kinder, aber meine 3 Nichten haben den Waldkindergarten von Anfang an besucht und so habe ich auch schon indirekt Erfahrungen damit gemacht. Den Kindern meines Bruders hat es immer sehr gut gefallen und eigentlich haben schon meine Nichten alle meine Zweifel, wie „den ganzen Tag draußen ist doch kalt…, was, wenn es in Strömen regnet…, es ist gefährlich im Wald…,“ aus dem Weg geräumt. Sie haben sich eigentlich nie über Kälte/Nässe/etc beklagt und hatten seitdem auch ein sehr robustes Immunsystem. Mir hat auch sehr gefallen, dass sie sich mit einfachen Dingen aus der Natur zu beschäftigen wussten und auch schon giftige Pflanzen kannten. Der enge Bezug zur Natur war wirklich offensichtlich und hat mir schon damals sehr gefallen.

Warum wir uns dafür entschieden haben

Hätte ich nicht oben genannte Erfahrungswerte von meinen Nichten gehabt, weiß ich nicht, ob ich mich für den Waldkindergarten entschieden hätte. Es ist natürlich ganz anders, als der gewohnte Kindergarten im Ort, den wir auch selbst besucht haben.

Unsere große Tochter war letztes Jahr für 2 Vormittage pro Woche in der „normalen“ Kinderkrippe und ihr hat es sehr gefallen. Am Besten aber hat ihr gefallen, dass dort ein großer Garten dabei war und sie viel draußen waren. Auch daheim haben wir gemerkt, dass es ihnen im Garten sehr gefällt und sie sich gerne mit der Natur beschäftigen.

Das alles war dann Grund genug, dass wir sie jetzt mit offiziellem Schulbeginn auch in den Waldkindergarten gehen ließen. Und was soll ich sagen, es läuft prima und sie blüht dort richtig auf!

Kind mit Matschanzug und Taucherbrille im Waldkindergarten
Unserer Marie gefällt es im Waldkindergarten

Die ersten Wochen im Waldkindergarten

Der Start war total unkompliziert! Ich hab mir fast erwartet, dass wir nochmal eine Art Eingewöhnung durchmachen müssen, weil sie ja auch über den Sommer keine Kinderbetreuungseinrichtung besucht hat und der Waldkindergarten nun doch etwas ganz anders als die Kinderkrippe ist. Doch eigentlich war es von Tag 1 an überhaupt kein Problem. Sie ist von Anfang an alleine geblieben und ich hole sie um halb 12 Uhr ab.

Ich habe mir eigentlich erwartet, dass sie Mittags dann total müde und fertig ist, aber auch das hält sich in Grenzen. Wirklich erstaunlich, wieviel Energie solch kleine Kinder haben 😉 (die hätte ich auch manchmal gerne…).

3 Kinder im Waldkindergarten
Hannah und Marie heute früh mit ihrer Cousine Sarah

Wie läuft es im Waldkindergarten?

Räumlichkeiten, Umgebung

Es gibt einen Container mit Vordach und Terrasse. Die Container sind wirklich schön ausgestattet und dienen als Rückzugsort bei extrem kalten/nassen Wetter. Weiters hat auch jedes Kind ein eigenes Fach für seine/ihre persönlichen Dinge, so wie man es auch von einem gewöhnlichen Kindergarten kennt. Es gibt natürlich auch ein WC – die Frage danach kommt nämlich fast immer als erstes, wenn ich vom Waldkindergarten erzähle ;-).

Auf der überdachten Terasse wird an großen Tischen auch gejausnet, gespielt und gebastelt.

Spielgeräte

Es gibt eigentlich keine typischen Spielgeräte, wie man sie vom Spielplatz kennt. Es gibt mittlerweile ein Tipi-Zelt, ein Wald-Sofa aus Ästen und Stämmen, ein Piratenschiff aus Baumstämmen oder ein kleines Häuschen aus Holz. Das meiste davon haben die Betreuerinnen mit den Kindern selbst gebaut. Zwischen Bäumen hängt eine Hängematte, es gibt eine riesige Sandkiste oder auch eine Matschküche. Es ist also wirklich einiges geboten. Oft sausen die Kinder aber einfach durch den Wald, oder sie legen schöne Steine und Äste auf.

Kind in kleinem Haus im Waldkindergarten
Unsere Hannah möchte auch schon im Waldkindergarten bleiben

Welche Ausstattung braucht mein Kind für den Waldkindergarten?

Meine ersten Gedanken waren: wieviele Garnituren Matschanzüge und Gummistiefel werde ich wohl brauchen???

Aber eigentlich muss ich sagen, dass es gar nicht mal so schlimm ist – und wir hatten bereits zu Beginn ziemlich nasskaltes Wetter. Natürlich brauchen sie vor Ort im Kindergarten Wechselkleidung, falls sie nass werden oder ihnen zu kalt ist.

Aber eigentlich kommt man mit 1-2 Garnituren Matschkleidung aus. Das Zwiebelprinzip gilt natürlich vor allem jetzt für den Herbst und dann für den Winter, aber selbst da braucht man nicht allzuviel verschiedene Klamotten.

Wenn die Kleidung sehr dreckig wird, dann wasche ich sie noch am selben Tag und am nächsten Tag kann sie alles wieder anziehen. Wenn es ein trockenes Wetter war, dann ist es nicht einmal nötig, die Überbekleidung zu waschen.

Das Wichtigste aber sind wohl gute Schuhe und da sollte man meiner Meinung nach auch nicht sparen. Wir haben für Marie jetzt wasserdichte, höhere Bergschuhe für den Herbst gekauft. Für nasses Wetter hat sie jetzt gefütterte Gummistiefel. Für den Winter habe ich schon im Ausverkauf gefütterte, wasserdichte Winterstiefel besorgt.

Ich möchte noch erwähnen, dass die Betreuerinnen im Waldkindergarten besonderen Wert darauf legen, dass es nicht die neuesten und teuersten Markenklamotten sein müssen. Ich finde diese Einstellung wirklich gut und finde auch genau deswegen den Waldkindergarten gut. Man hört ja von manchen Kindergärten, dass es eine richtige Modenschau wird und das Kind schon gewisse Marken tragen muss, um überhaupt dazu zu gehören. Und genau dieser Einstellung wirkt auch der Waldkindergarten etwas entgegen.

Wie es weitergeht…

Wir sind mal gespannt, wie der erste Winter im Waldkindergarten wird :-). Unsere kleine Tochter wird dann nächstes Frühjahr auch in den Waldkindergarten gehen. Wir sind schon gespannt wie es ihr gefällt. Aber eigentlich würde sie jetzt schon am Liebsten drüben bleiben, wenn wir ihre große Schwester abliefern. 🙂

Kind mit Schubkarre im Waldkindergarten
Unsere Hannah wird nächstes Jahr auch ein Waldkindergartenkind

Vielleicht gibt es mal ein Update dazu – oder bitte einfach her mit euren Fragen, falls ihr euch für den Waldkindergarten interessiert.

Alles Liebe,

Katharina

2 Kommentare zu „Unsere Große geht in den Waldkindergarten

  1. Hallo Katharina,
    das hört sich wirklich interessant und ungewöhnlich an. Ich glaube so ein Kindergarten hätte mir als Kind auch Spaß gemacht. Wo machen denn die Kleinen ihren Mittagsschlaf? Oder ist das nur ein Halbtagskindergarten?
    LG, Antje

    Liken

    1. Hallo Antje – meine Tochter geht derzeit nur 3 Vormittage in den Waldkindergarten. Es dürfen Kinder ab 2 Jahren im Waldkindergarten starten und die machen dort in der Regel keinen Mittagsschlaf mehr. Die Betreuung gibt es aber ganztags, mit Mittagessen und Nachmittagsbetreuung :-). Wenn ich nächstes Jahr wieder arbeiten gehe, werden wir dieses Angebot auch für unsere beiden Töchter in Anspruch nehmen. LG Katharina

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